Behandlung tiefliegender Tumoren

Tiefliegende Tumore können an Gantry 1, Gantry 2 und Gantry 3 bestrahlt werden.
Neue Behandlungsanfragen erreichen uns üblicherweise von einem überweisenden Arzt, manchmal auch von den Patienten selbst, per E-Mail oder per Telefon
(Bearbeitung einer Behandlungsanfrage).

Auswahl der Patienten

Die Auswahl der Patientinnen und Patienten für die Protonentherapie erfolgt nach dem Gesichtspunkt des medizinischen Zusatznutzens im Vergleich zu anderen, konventionellen Therapien. Einmal wöchentlich trifft sich unser Team am Tumorboard des ZPT, um alle für die Protonentherapie infrage kommenden Patienten vorzustellen und die Indikation für eine Therapie am ZPT zu prüfen. Erst danach werden die am Tumorboard für eine Protonentherapie akzeptierten Patienten – bei Minderjährigen auch deren Eltern – zu einem Aufklärungsgespräch ans ZPT eingeladen.

Vorbereitungen für die Bestrahlung

Für die Therapieplanung wird eine Computertomografie (CT) angefertigt. Hierzu wird dem Patienten eine individuelle Lagerungshilfe angepasst, die einer exakten reproduzierbaren Positionierung dient. Dies kann eine Maske, ein Zahnabdruck und/ oder eine Vakuummatratze sein. In den CT-Schichtaufnahmen werden der Tumor sowie die zu schonenden Risikoorgane eingezeichnet. Danach wird ein individueller Bestrahlungsplan mit genauer Dosisberechnung erstellt.

Durchführung der Bestrahlung

Die Gesamtdauer einer Bestrahlungsserie ist abhängig von der Tumorerkrankung, deren Vorbehandlung und der anschliessend geplanten weiteren Therapie. Üblicherweise werden unsere Patienten täglich ambulant behandelt, und zwar von Montag bis Freitag, 5 bis 8 Wochen mit einer Tagesdosis von 1,8–2,0 Gy(RBE). Im Durchschnitt liegt ein Patient ca. 30 bis 60 Minuten in Rücken- oder Bauchlage, ohne sich zu bewegen, wobei die meiste Zeit für die genaue Lagerung des Patienten verwendet wird. Die exakte Positionierung wird vor der Bestrahlung mit zwei Röntgenaufnahmen kontrolliert. Die Bestrahlung selbst dauert nur wenige Minuten.

Kleinkinder werden anästhesiert, damit sie während der Bestrahlung des Tumors genau positioniert bleiben. Für die Durchführung der Bestrahlungen unter Narkose besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem Anästhesieteam des Kinderspitals Zürich.

Unsere Patienten erhalten Bestrahlungstermine, auf die sie sich einstellen können. Allerdings können wir aufgrund technischer und organisatorischer Einschränkungen nicht beliebig festgelegte Termine tauschen, und es kann zu Verzögerungen im Ablauf der Behandlung kommen.

Wohnmöglichkeiten

Da die akuten Nebenwirkungen während der Behandlungsserie bei fast allen Patienten gering sind, müssen diese nur selten stationär in umliegenden Spitälern versorgt werden. Meist handelt es sich um Chemotherapie-Patienten. Alle anderen Patientinnen und Patienten werden ambulant behandelt und wohnen während dieser Zeit zu Hause oder in Apartments oder Hotels in der Nähe des PSI. Unser Sekretariat ist bei der Suche nach einer geeigneten Unterkunft gerne behilflich. Trotz allgemein sehr guter Verträglichkeit der Protonenbestrahlung sollten unsere Patienten und Patientinnen während der Bestrahlungsserie nicht alleine wohnen, sondern zusammen mit Familienangehörigen oder Freunden.

Patientenbroschüre

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Fernsehbeitrag der BBC

Kurzer Film (in Englisch) über die Behandlung tiefliegender Tumoren am ZPT. Dieser Film wurde aufgenommen von der BBC Northwest am 7. Juni 2017, um die Öffentlichkeit in Grossbritannien über Protonentherapie zu informieren in Vorbereitung des ersten Protonenzentrums in Manchester.

8. Dezember 2016

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Zurück im Leben

Medizin Mensch und Gesundheit Protonentherapie

Ärzte hatten hinter Gabi Meiers rechtem Auge eine Geschwulst entdeckt, die den Sehnerv umgab. Einzig am PSI gab es noch eine Möglichkeit, den Tumor so zu behandeln, dass benachbarte Strukturen und das Auge geschont wurden. „Einige Monate nachdem die Protonenbehandlung vorbei war, habe ich gemerkt, dass ich immer mehr sehe. Zwar nur schemenhaft, aber ich sehe! Das war sensationell“, sagt sie im Interview.