Protonentherapie am PSI

Das Ziel der Strahlentherapie am PSI ist die Zerstörung des Tumorgewebes mit geladenen Teilchen, den Protonen. Protonen sind dafür besonders geeignet, weil sie ihre grösste Wirkung in der Tiefe des Körpers, im Tumor selbst, entfalten.


Patientenzahlen
Seit 1984 wurden bei über 7000 Patientinnen und Patienten Tumoren am Auge mit Protonen bestrahlt. Damit gehört das PSI zu den Zentren, die die grösste Erfahrung in der Bekämpfung dieser seltenen Krankheit weltweit haben. Mit der am PSI entwickelten Gantry 1 wurden seit 1996 bis heute mehr als 1200 Patientinnen und Patienten aus ganz Europa mit tief im Körper liegenden Tumoren (Hirn-, Schädelbasis- und Wirbelsäulentumoren sowie Sarkomen) behandelt, davon fast 450 Kinder und Jugendliche.


Geschichte
Die Erfolge der Augentherapie und das internationale Interesse an der am PSI entwickelten Spot-Scanning-Technik für die Bestrahlung von tiefliegenden Tumoren veranlasste 1998 die Direktion des PSI, Strategien zur Weiterentwicklung der Protonentherapie am PSI zu erarbeiten. Es wurde beschlossen, die Forschung und Entwicklung zu verstärken, um die am PSI entwickelte innovative Technik zusammen mit der Industrie zur Marktreife zu bringen (Projekt PROSCAN). Im Rahmen von PROSCAN wurde ein kompaktes, supraleitendes 250 MeV-Zyklotron beschafft, was dem PSI ermöglicht, seit 2007 einen Ganzjahresbetrieb für die Behandlung von Patienten anzubieten. Die Weiterentwicklung der ersten Gantry führte zu einem neuen Bestrahlungsgerät (Gantry 2) das mit fortgeschrittenen Bestrahlungsoptionen ausgestattet und seit November 2013 für den Patientenbetrieb im Einsatz ist. Eine dritte Gantry, die dieselben technischen Eigenschaften hat wie die Gantry 2, ist seit Juli 2018 im Patientenbetrieb.



Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Protonentherapie wird vom PSI selbst, aber auch aus Mitteln von Donatoren, Sponsorgeldern und Forschungsstipendien sowie durch den Technologietransfer zur Industrie finanziert. Fachleute des PSI beraten Kliniken bei der Spezifizierung und beim Aufbau und Betrieb von Protonentherapieanlagen und bringen somit ihre langjährige technische und klinische Erfahrung in die Praxis an Spitälern. Mittlerweile verfügt das Team am PSI über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Tumorbestrahlung mit Protonen.