Die Geschichte des PSI

Chronologischer Rückblick mit den historischen Wegmarken und eine Auswahl der Highlights der ersten 30 Jahre.

2020

Am PSI findet vielfältige Forschung zur Pandemie durch Covid-19 statt. Forschungsanträge zu dem neuen Virus werden prioritär behandelt.
  • Die weltweite Corona-Pandemie beeinflusst auch das PSI. Der Schweizer Bundesrat beschliesst für die Schweiz den Wechsel in die ausserordentliche Lage. Am selben Tag wird das Paul Scherrer Institut in die dritthöchste Stufe der Betriebseinschränkungen versetzt, bei der nur noch maximal 20 Prozent aller PSI-Mitarbeitenden am PSI sind. Anträge für Forschung zu dem Covid-19-Virus werden prioritär behandelt. Unter anderem bleibt dafür auch die Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS in Betrieb. Zu den weiteren prioritären Betriebseinheiten zählt auch die Protonentherapie. Die Behandlung krebskranker Patienten wird demnach unterbrechungsfrei fortgesetzt.
  • Zum 1. April tritt Christian Rüegg offiziell das Amt des neuen Direktors des PSI an. Er übernimmt das Ruder in einer anspruchsvollen Zeit. Die Corona-Pandemie ist eine Herausforderung für grosse Organisationen und Arbeitgeber wie das PSI.
  • Die Schweizer Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) in den Jahren 2021 bis 2024 wurde im Schweizer Parlament beschlossen. Sie enthält unter anderem den Etat, den der ETH-Bereich für die kommenden Jahre erhalten wird. Er umfasst auch das Budget von über 99 Millionen Schweizer Franken, das für den geplanten Umbau der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS benötigt wird. Somit hat dieses Upgrade-Projekt namens SLS 2.0 grünes Licht bekommen.
  • Am Freie-Elektronen-Röntgenlaser SwissFEL wird die zweite Strahllinie in Betrieb genommen. Dabei erreicht das Team einen Meilenstein: Es konnte die bereits arbeitende Strahllinie Aramis und die neue Strahllinie Athos parallel betreiben. Experimente mit Athos sollen chemische Reaktionen verfolgen und beispielsweise zeigen, wie Katalysatoren funktionieren oder Biomoleküle Erbkrankheiten verursachen.
  • Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert mit 10 Millionen Euro ein interdisziplinäres Verbundprojekt zur strukturellen und biophysikalischen Analyse ausgewählter Fotorezeptoren und deren Entwicklung zu sogenannten OptoGPCRs, das sind lichtgesteuerte molekulare Schalter mit einem breiten Anwendungsspektrum in Biologie und Medizin. Korrespondierender Forschungsleiter ist der Leiter des Bereichs Biologie und Chemie am PSI, Gebhard Schertler.

2019

Westliche des Areals des PSI wächst der Park Innovaare, unter anderem für Kooperationen mit der Industrie.
  • Die neueste Grossforschungsanlage am Paul Scherrer Institut, der SwissFEL, ist fertiggestellt. Im Januar 2019 begann der Regelbetrieb der ersten Strahllinie Aramis. Die zweite Strahllinie Athos wird 2020 folgen. Der SwissFEL ist eine von insgesamt nur fünf vergleichbaren Anlagen dieser Grössenordnung weltweit.
  • Spatenstich des Innovationscampus Park innovaare: Das einmalige Areal, auf welchem sich das Paul Scherrer Institut PSI auf circa 70 % der Fläche einmieten wird, bietet ein ideales Umfeld für Firmen aus der Industrie, welche in enger Zusammenarbeit mit der Forschung ihre Innovationen weiterentwickeln wollen. Für die mehr als 700 aktiven Kooperationen zwischen dem PSI und der Industrie eröffnet der Park innovaare damit neue Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Der Eisbrecher Polarstern sticht zur grössten Polarexpedition der Geschichte auf und verbringt rund 13 Monate in der Arktis. Die Expedition trägt den Namen MOSAiC, was kurz für «Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate» steht. An Bord befindet sich auch ein Forschungsprojekt des Paul Scherrer Instituts PSI zur Untersuchung der Atmosphärenchemie.
  • Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI und der ETH Zürich haben eine Mikromaschine entwickelt, die unterschiedliche Aktionen ausführen kann. Dafür werden zuerst Nanomagnete in Bauteilen des Mikroroboters magnetisch programmiert und die verschiedenen Bewegungen dann durch Magnetfelder gesteuert. Solche nur wenige Mikrometer messende Maschinen könnten beispielsweise im menschlichen Körper eingesetzt werden, um kleine Operationen durchzuführen.
  • Startschuss für ReMaP, Renewable Management and Real-Time Control Platform. Damit wird die Forschungs- und Entwicklungsplattform ESI des PSI mit der ETH Zürich, den Forschungs- und Entwicklungsplattformen NEST, move und ehub der Empa regelungstechnisch verbunden. So können die Anlagen vernetzt betrieben und untersucht werden und zur Klärung wichtiger offener Fragen im Rahmen der Energiestrategie 2050 der Schweiz beitragen.

2018

Gantry 3 – der neue hochmoderne Behandlungsplatz am Zentrum für Protonentherapie ZPT.
  • Vom Einsatz multiferroischer Materialien verspricht man sich energiesparsamere Computer, da für die magnetische Datenspeicherung ein elektrisches Feld ausreichen würde. Forschende am PSI haben ein solches Material für die Betriebstemperaturen von Computern tauglich gemacht.
  • Das PSI ist 30 Jahre alt geworden. In einer Jubiläumsveranstaltung legt das Institut gegenüber seinen Stakeholdern Rechenschaft ab über 30 Jahre Forschung mit Schweizer Steuergeldern. Das Institut kann seinen Geldgebern und Forschungspartnern aufzeigen, dass das Geld sinnvoll investiert ist. Und zeigt Ergebnisse vor, von denen heute schon jeder in der Schweiz profitieren kann.
  • Ein am PSI entwickelter radioaktiver Wirkstoff gegen eine besonders bösartige Form von Schilddrüsenkrebs hat das Potenzial für einen Medikamenten-Blockbuster. Durch seine Struktur kann er womöglich auch an Zellen anderer Tumore andocken und diese mit seiner Strahlung zerstören. Das Lausanner Biopharma-Unternehmen Debiopharm will den PSI-Wirkstoff bis zur Zulassung als Arzneimittel weiterentwickeln.
  • Von einem neuartigen Leistungstransistor aus Galliumnitrid verspricht sich die Elektronikindustrie erhebliche Vorteile gegenüber derzeit eingesetzten Hochfrequenztransistoren. Forschende des PSI haben nun erstmals den Elektronen im Transistor beim Fliessen zugeschaut. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden helfen, schnellere und leistungsfähigere Transistoren zu entwickeln – eine Grundvoraussetzung für die Umstellung der Kommunikationsnetze auf den 5G-Standard.
  • In einem gemeinsamen Projekt mit dem Universitätsspital Zürich und der Universität Zürich hat das PSI seine Kapazitäten in der Protonentherapie um einen hochmodernen Behandlungsplatz erweitert: die neue Gantry 3.
  • In Diesel-Motoren entstehen bei der Verbrennung des Kraftstoffs gesundheitsschädliche Stickoxide (NOx). Die Fahrzeugindustrie gibt daher dem Abgas gasförmiges Ammoniak zu. Bei niedrigen Temperaturen funktioniert dieser Prozess jedoch nicht optimal. Wissenschaftler am PSI haben nun auf molekularer Ebene herausgefunden, was im Motor Abhilfe schafft. Mit diesem Wissen können Hersteller die Wirksamkeit ihrer Katalysatoren für Dieselfahrzeuge verbessern.
  • Die Energie aus Bioabfällen effizient nutzen: Für diesen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung wurden das PSI und das Unternehmen Energie 360° mit dem Watt d’Or 2018 des Bundesamtes für Energie ausgezeichnet.

2017

3-D-Darstellung der inneren Struktur eines Mikrochips (Prozessor der Firma Intel). Gezeigt ist der Blick direkt auf die Ebene, in der sich die Transistoren befinden.
  • Ein Spin-off aus dem PSI hat den diesjährigen Swiss Technology Award erhalten: Das junge Unternehmen GratXray entwickelt eine neue Methode zur Früherkennung von Brustkrebs.
  • Mit einer am PSI entwickelten Technologie lässt sich aus Bioabfällen 60 Prozent mehr Biogas erzeugen als mit herkömmlichen Verfahren. Ein 1000-Stunden-Test im Vergär- und Klärwerk Werdhölzli in Zürich bestätigte dies. Er wurde in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Energieversorger Energie 360° durchgeführt.
  • Zum ersten Mal haben am PSI Forschende die Richtungen der Magnetisierung in einem dreidimensionalen magnetischen Objekt sichtbar gemacht. Die kleinsten Details in ihrer Visualisierung waren dabei zehntausend Mal kleiner als ein Millimeter. In der sichtbar gemachten magnetischen Struktur stach eine Art von Muster besonders hervor: magnetische Singularitäten namens Bloch-Punkte, die bisher nur in der Theorie bekannt waren.
  • Forschende des PSI haben detaillierte 3-D-Röntgenbilder eines handelsüblichen Computerchips erstellt. Dabei wurden erstmals zerstörungsfrei und ohne Verzeichnungen oder Verzerrungen die Verläufe der innen liegenden, nur 45 Nanometer (45 millionstel Millimeter) breiten Stromleitungen und die 34 Nanometer hohen Transistoren deutlich sichtbar. Für Hersteller ist es eine grosse Herausforderung, zu bestimmen, ob der Aufbau ihrer Chips am Ende den Vorgaben entspricht. Somit stellen diese Ergebnisse eine wichtige Anwendung eines Röntgen-Tomografieverfahrens dar, das die PSI-Forschenden seit einigen Jahren entwickeln.
  • Das Labor für Energiesystem-Analysen des PSI hat untersucht, wie die Schweizer Stromversorgung bis zum Jahr 2050 unter verschiedenen Bedingungen aussehen könnte. Auf Basis der Berechnungen können die Forschenden des Labors Aussagen über zukünftige Entwicklungen treffen und zum Beispiel bestimmen, wie sich eine ehrgeizige CO2-Einsparung mit möglichst niedrigen Kosten erreichen liesse.

2016

Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann und PSI-Direktor Joël Mesot weihen den SwissFEL ein.
  • Die neue Grossforschungsanlage des PSI, der Freie-Elektronen-Röntgenlaser SwissFEL, wird in Anwesenheit von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann feierlich eingeweiht. Die mit dem SwissFEL zu erwartenden wissenschaftlichen Durchbrüche werden wichtige Entwicklungen in den Bereichen Energie und Umwelt, Informationstechnologie oder Gesundheit vorantreiben.
  • Vor 20 Jahren wurde am PSI der weltweit erste Krebspatient mit einem neuen Bestrahlungsverfahren behandelt: mit der sogenannten Spot-Scanning-Technik für Protonenstrahlen. Die von PSI-Forschenden entwickelte Methode war damals ein Durchbruch in der Strahlentherapie. Heute ist es weltweit das Standardverfahren in der Protonentherapie. Am PSI wurden bereits über 1200 Krebspatienten routinemässig damit behandelt.
  • Mit der ESI-Plattform geht am PSI eine Einrichtung in Betrieb, mit der demonstriert werden kann, wie integrale Speicherkonzepte aussehen müssen, damit eine dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien funktioniert.
  • Das Deuteron – einer der einfachsten Atomkerne, bestehend aus nur einem Proton und einem Neutron – ist deutlich kleiner als bislang gedacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Forschungsgruppe, die dazu Experimente am PSI durchgeführt hat. Die Experimente fanden am PSI statt, da die hier vorhandene, weltweit leistungsstärkste Myonenquelle benötigt wurde, um myonisches Deuterium in ausreichenden Mengen herzustellen.

2015

DRS4, ein hochpräziser Elektronikchip, mit dem sich Zeitabstände von billionstel Sekunden messen lassen.
  • DRS4 ist ein hochpräziser, am PSI entwickelter Elektronikchip, der die Physik unseres gesamten Universums entschlüsseln könnte. Nebenbei hilft der Chip schon heute Ärzten, Hirntumore genauestens zu lokalisieren.
  • Unser Universum besteht aus deutlich mehr Materie, als sich mit bisherigen Theorien erklären lässt. Dieser Umstand ist eines der grössten Rätsel der modernen Wissenschaft. Ein Weg, diese Unstimmigkeit zu klären, führt über das sogenannte elektrische Dipolmoment des Neutrons. Forschende am PSI haben in einer internationalen Zusammenarbeit eine neue Methode entwickelt, die helfen wird, dieses Dipolmoment genauer als je zuvor zu bestimmen.
  • Im Oktober 2015 öffnet das PSI für alle seine Türen. PSI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler geben Einblicke in viele Forschungsthemen des PSI. 10 000 Besucher lassen sich von der „Forschungsstadt PSI“ faszinieren.
  • PSI-Forschende haben ein Beschichtungsverfahren entwickelt, das die Effizienz von Brennstoffzellen erhöhen könnte. Das für die Massenproduktion geeignete Verfahren haben die PSI-Wissenschaftler zum Patent angemeldet.
  • Forschenden des Paul Scherrer Instituts ist es gelungen, in einem Halbleitermaterial regelmässige Muster zu erzeugen, die 16 Mal kleiner sind als diejenigen heutiger Computer-Chips. Damit haben sie einen wichtigen Schritt zu noch kleineren Computerbauteilen gemacht. Strukturen dieser Grösse sieht die Industrie als Standard für das Jahr 2028 vor.
  • Feinstaub aus Benzinmotoren ist schädlich für unsere Atemwege – egal ob die Motoren schon älter sind oder der neuesten EU-Norm entsprechen. Die Feinstaub-Partikel bewirken, dass Krankheitserreger leichter in die Lunge eindringen können. Dies haben Forschende der Universität Bern und des PSI mittels eines realitätsnahen Laborexperiments nachgewiesen.

2014

Der grosse Protonenbeschleuniger des PSI ermöglicht seit 40 Jahren Spitzenforschung auf verschiedenen Gebieten.
  • Holzfeuerungen sind an Wintersmog-Tagen in der Schweiz die Hauptquellen von gesundheitsschädigendem kohlenstoffhaltigem Feinstaub. Das zeigt eine gross angelegte Schweizer Studie zur Feinstaubbelastung, die über 5 Jahre durch Wissenschaftler des PSI, der Universität Bern und der ETH Zürich durchgeführt wurde.
  • Forschende des PSI haben ein Verfahren entwickelt, das neue Grössenbereiche der tomografischen Abbildung zugänglich macht und so in Zukunft etwa die detaillierte Darstellung biologischen Gewebes möglich machen wird. Mithilfe eines speziellen Messaufbaus an der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS haben sie in einer grösseren Probe eine Auflösung von 16 Nanometern erreicht und damit einen Weltrekord aufgestellt.
  • Die SBB lanciert ein neues Minibar-Modell in ihren Intercity-Zügen. Mit an Bord ist ein vom PSI mitentwickeltes Brennstoffzellen-System. Es sorgt dafür, dass die Minibar trotz Platzbeschränkung über genügend Kraft verfügt, um auch Cappuccinos und Latte macchiato zu brühen.
  • Materialforschung, Teilchenphysik, Molekularbiologie, Archäologie – seit 40 Jahren ermöglicht der grosse Protonenbeschleuniger des PSI Spitzenforschung auf verschiedenen Gebieten. Bei einem Festsymposium wird das Jubiläum gefeiert.
  • In den 30 Jahren seit 1984 wurden am PSI bei über 7200 Patientinnen und Patienten Tumore am Auge mit Protonen bestrahlt. Damit gehört das PSI weltweit zu den Zentren, die die grösste Erfahrung in der Bekämpfung dieser seltenen Krankheit haben.

2013

Der Barrel-Pixel-Detektor mit dem das Higgs-Teilchen nachgewiesen wurde und der am PSI massgeblich entwickelt und gebaut wurde.
  • Gründung des Instituts für Biomasse und Ressourceneffizienz durch die beiden Institutionen PSI und FHNW.
  • Feierliche Grundsteinlegung der neuen Grossforschungsanlage SwissFEL.
  • Ein Elektronik-Lernender des PSI gewinnt bei der Weltmeisterschaft der Berufslernenden in Leipzig die Goldmedaille.
  • Der Kanton Aargau und das Paul Scherrer Institut PSI stellen das Konzept PARK innovAARE als möglichen Netzwerkstandort des schweizerischen Innovationsparks vor.
  • Forscher des PSI gewinnen wichtige Erkenntnisse für Natrium-Ionen-Batterien, zum Memory-Effekt von Lithium-Ionen-Batterien und zu Brennstoffzellen auf Basis neuartiger Aerogel-Katalysatoren.
  • Tag der Jugend mit Experimenten und Vorlesungen für 2500 Kinder, Jugendliche und Junggebliebene.
  • Für die theoretische Voraussage des Higgs-Teilchens, das für die Entstehung der Masse verantwortlich ist, wird der Nobelpreis vergeben. Ein Jahr zuvor wurden am CERN Higgs-Teilchen erstmals tatsächlich nachgewiesen. Der Pixeldetektor, mit dem dies möglich war, wurde in 16-jähriger Arbeit im Wesentlichen am PSI entwickelt und gebaut.

2012

PSI-Forscher beim Einbringen einer Materialprobe in eine Messapparatur an der SLS. Hier können Materialien mit Hilfe von Röntgenstrahlung mit sehr hoher Präzision analysiert werden.
  • Das PSI entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Weltenergierat Energiemodelle für die Berechnung globaler Energiesysteme.
  • Zusammenarbeitsvertrag mit der Schweizer Industrie für die hochpräzise Fertigung der Beschleunigerstrukturen für den SwissFEL unterzeichnet. Dafür wird der Industrie technologisches Know-how des PSI zur Verfügung gestellt.
  • Das PSI lädt zur Energietagung ein: Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung diskutieren mit Bundesrätin Doris Leuthard.
  • Eine am PSI entwickelte Technik zur Rückhaltung von radioaktiven Jod-Aerosolen bei einer Havarie in einem KKW wird an ein Schweizer Industrieunternehmen zur weiteren Vermarktung lizenziert.
  • Physiker des PSI beobachten erstmals die Aufspaltung eines Elektrons in einem Festkörper. Die Ergebnisse sollen unter anderem zu einem besseren Verständnis der Supraleitung beitragen.
  • Eine am PSI in Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Baden und Philips entwickelte Mammografiemethode könnte einen deutlichen Mehrwert für die Diagnose von Brustkrebs bringen.
  • Die an der SINQ mit Neutronen-Radiografie durchgeführten Messungen an Diesel-Partikelfiltern erzeugen eine grosse Aufmerksamkeit in der automobilen Fachwelt.

2011

Luftaufnahme des Paul Scherrer Instituts (Areal West) vom Juni 2009. Im Vordergrund die SLS.
  • Erstmals wird am PSI gezeigt, dass aus Wasser und CO2 mithilfe von hoch konzentrierter Solarstrahlung Syngas (Wasserstoff und CO), eine Vorstufe zur Herstellung von Benzin oder Kerosin, hergestellt werden kann. Dafür wird den Forschern des PSI der „Golden Idea Award“ von IDEE-SUISSE® zugesprochen.
  • Grundstruktur des Sehens entschlüsselt. Einem Forscherteam am PSI ist es gelungen, die Struktur des dafür wichtigen Proteins Rhodopsin im kurzlebigen, angeregten Zustand zu bestimmen.
  • Der Standort für die Errichtung der SwissFEL-Anlage im Würenlinger Unterwald wird vom Aargauer Regierungsrat und Parlament genehmigt.
  • Die SLS feiert ihr 10-jähriges Jubiläum. Die Forschungsergebnisse aus diesem Zeitraum fanden ihren Niederschlag in mehr als 2000 wissenschaftlichen Publikationen in den Gebieten Chemie, Physik und Biologie und wurden in viele industrielle Anwendungen, insbesondere in der Pharmaindustrie, umgesetzt. Die SLS hatte den Betrieb mit 4 Strahllinien aufgenommen, 10 Jahre später sind es deren 18.
  • Die UCN-Anlage produziert zum ersten Mal ultrakalte Neutronen für das nEDM-Experiment, das die Messung des elektrischen Dipolmomentes des Neutrons zum Ziel hat.
  • Das PSI und die Belenos Clean Power AG haben ein Brennstoffzellensystem entwickelt, das das Potenzial aufweist, kostengünstig in einen Kleinwagen eingebaut zu werden. Über seine Lebenszeit würde er dann ähnlich viel kosten wie ein herkömmliches Auto. Für diesen wichtigen Schritt in Richtung umweltfreundliche Mobilität erhalten PSI und Belenos den Watt d’Or 2011.

2010

PSI-Direktor Joël Mesot erläutert Bundesrat Didier Burkhalter die SwissFEL-Anlage.
  • DECTRIS, ein Spin-off des PSI im Bereich Röntgen-Pixeldetektoren, erhält den „Swiss Economic Award 2010 für Start-up-Unternehmen“.
  • Experimente am PSI zeigen, dass der Radius des Protons kleiner ist als bisher angenommen. Dies könnte Konsequenzen haben für das Verständnis der Entstehung des Universums. Die Ergebnisse werden international zu den 10 wichtigsten Erkenntnissen des Jahres gezählt.
  • Der Gesamtbundesrat besucht das PSI.
  • Einweihung der 250-MeV-Elektronenbeschleuniger-Testanlage für den SwissFEL im Beisein von Bundesrat Didier Burkhalter und Swissmem-Präsident Johann Schneider-Ammann.
  • 25 Jahre Therapie von Augentumoren mit Protonenstrahlen und Inbetriebnahme der neuen Bestrahlungsstation OPTIS 2. Mehr als 5500 Patientinnen und Patienten mit Augentumoren wurden bis dahin am PSI mit der Protonentherapie erfolgreich behandelt.
  • An der Myonen- und der Neutronenquelle werden bahnbrechende Experimente an den neu entdeckten eisenbasierten Supraleitern, den sogenannten Pniktiden durchgeführt.

2009

Forscher an der SINQ bereiten die Neutronenmessung für ein Dünnschichtsystem vor.
  • Ein neues Verfahren zur Herstellung von synthetischem Erdgas aus Holz wurde erfolgreich getestet.Die Forscher des PSI wurden dafür mit dem „Watt d’Or“ 2009 ausgezeichnet.
  • Experimente an den Grossforschungsanlagen des PSI bringen neue Erkenntnisse über Supraleiter und ihre Eigenschaften.
  • Venkatraman Ramakrishnan ist langjähriger Nutzer der SLS am PSI und führt hier regelmässig Experimente zur Bestimmung der Strukturen von Ribosomen durch. Für diese Strukturbestimmungen erhält er in diesem Jahr den Nobelpreis für Chemie.
  • Die erste „PSI Thesis Medal“ für eine herausragende Doktoratsarbeit eines Nutzers der PSI-Grossforschungsanlagen wird verliehen. Der Preis wird von nun an jedes 2. Jahr verliehen, wenn sich die PSI-Nutzergemeinschaft am Institut trifft.
  • Das Labor für Neutronenstreuung feiert sein 25-jähriges Jubiläum.

2008

Nicolas Hayek im Gespräch mit PSI-Forschern über die Brennstoffzellenforschung an der Synchrotron Lichtquelle Schweiz.
  • Jubiläum „20 Jahre PSI“ mit zahlreichen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit, unter anderem 2 Tage der offenen Tür, bei denen rund 12'000 Besucherinnen und Besucher die Forschung am PSI näher kennenlernen.
  • Start des Projekts PSI-XFEL (heute SwissFEL) mit dem Bau einer 70 m langen Experimentierhalle für die Einrichtung der 250 MeV-Elektronenbeschleuniger-Testanlage.
  • Eröffnung des Schülerlabors iLab, mit dem Ziel, mehr junge Menschen für einen Beruf in einem naturwissenschaftlichen Umfeld zu begeistern.
  • Start der Zusammenarbeit des PSI mit der Swatch/Belenos AG zur Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben für Personenwagen.
  • Joël Mesot wird am 1. August 2008 neuer Direktor des PSI. Er setzt Schwerpunkte in einer verstärkten Vernetzung des PSI mit Schweizer Hochschulen und einer engeren Zusammenarbeit mit der Industrie sowie im Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Grossforschungsanlagen und in der Verwirklichung des Zukunftsprojekts SwissFEL.
  • Festakt „20 Jahre PSI“ in Anwesenheit von Bundespräsident Pascal Couchepin und über 200 geladenen Gästen.

2007

Protonentherapieanlage Gantry
  • Wechsel von PSI-Direktor Ralph Eichler als Präsident an die ETH Zürich; ETH-Physiker Martin Jermann wird interimistischer Direktor.
  • 10 Jahre SINQ mit Jubliläums-Kolloquium und Tag der Neutronen für die Bevölkerung; Steigerung des Protonenstroms am Ringzyklotron auf neue Rekordmarke von 2,16 mA (1,3 MW).
  • Start Patientenbestrahlung mit supraleitendem Zyklotron COMET und Übergang zu Ganzjahresbetrieb für Protonentherapie; u.a. erfolgreiche Bestrahlung 15 krebskranker Kleinkinder unter Anästhesie.

2006

Einweihung der Strahllinie TOMCAT.
  • Technisch ist das Problem der Entsorgung von nuklearen Abfällen durch geologische Endlagerung lösbar. Eleganter wäre es jedoch, langlebige radioaktive Atomkerne in kurzlebige umzuwandeln. Die Entwicklung des Flüssigmetall-Targets MEGAPIE am PSI verdoppelt nicht nur die Leistung der Neutronenquelle SINQ, sondern bietet auch ein mögliches Konzept für die Umwandlung langlebiger Nuklearabfälle.
  • Dank der Leistungsverdoppelung gewinnt die Neutronenquelle bei den Forschenden weiter an Interesse. Neue Forschungsinstrumente für weitere Experimente werden eingebaut.
  • ETH-Rat überträgt Leitung des Kompetenzzentrums für Energie und Mobilität dem PSI; Kanton Aargau gibt Darlehen von 10 Mio. Franken für das Kompetenzzentrum.
  • Inbetriebnahme der Strahllinien TOMCAT (mit EPF Lausanne) und POLLUX (mit Universität Erlangen-Nürnberg) für die Nutzer der SLS.
  • Femtosekunden-Undulatorquelle an der SLS in Betrieb genommen; damit können Kurzzeitaufnahmen von Gitterschwingungen in Kristallen in höchster Auflösung gemacht werden.
  • Weltweit beachtete neue Ergebnisse in der Supraleiterforschung (erzielt mit niederenergetischen Myonen) und in der Molekularbiologie (Steuerung gefässbildender Zellen).
  • Aufbau der Grosskomponenten für die Gantry 2 (Protonentherapiegerät für die Bestrahlung von Tumoren die sich bei der Atmung bewegen, z.B. Lungen- und Brustkarzinome); Kanton Aargau sponsert Protonentherapie mit 1 Mio. Franken.

2005

Bild aus dem 3-D-Film In 80 Millionen Jahren um die Welt.
  • Inbetriebnahme einer PSI-ETHZ-Pilotanlage im 300-kW-Massstab zur Erzeugung von solarer Hochtemperatur-Prozesswärme in Israel.
  • Entscheid zum Bau einer Pilotanlage Methan aus Holz im 1-MW-Massstab.
  • Entwicklung der vielversprechenden Phasenkontrast-Mikroskopie.
  • PSI organisiert Winter-Olympiade der europäischen Forschungseinrichtungen in Disentis-Sedrun.
  • Swiss Technology Award für selektive katalytische Abgasreinigung (SCR-System).
  • Premiere des preisgekrönten 3-D-Films In 80 Millionen Jahren um die Welt zum Kreislauf des Kohlenstoffs im psi forum.
  • Das PSI bietet interessierten Gruppen Führungen an, um die Auswirkungen der Forschung Einsteins am PSI aufzuzeigen. Am Tag der offenen Tür zum Thema Tag der Physik wird das PSI von über 9000 Personen besucht – ein neuer Rekord.

2004

Der HY-LIGHT im Praxistest 2004.
  • Supraleitendes, kompaktes Medizinzyklotron COMET eingetroffen; erstmals in Europa können am PSI krebskranke Kleinkinder von der Protonentherapie (unter Anästhesie) profitieren und erhalten eine deutlich grössere Überlebenschance.
  • Brennstoffzellen-Leichtauto HY-LIGHT (2 Liter Benzinäquivalent/100 km) von PSI und Michelin absolviert erfolgreichen Praxistest in Shanghai.
  • 30 Jahre Ringzyklotron mit Jubiläumsfeier. Die Maschine steht auch heute wieder weltweit an der Spitze der Entwicklung.
  • Dank der Genom-Information können Forschende an der SLS Proteinstrukturen untersuchen, die möglicherweise mit Krankheiten im Zusammenhang stehen. So könnten eines Tages massgeschneiderte Medikamente entwickelt werden. Die Nachfrage nach diesen Untersuchungen ist sehr gross, die SLS wird ständig erweitert und ausgebaut.

2003

Aerosolforschung in der Smogkammer 2003.
  • Das Paul Scherrer Institut ist in der internationalen Wissenschaftsszene bestens integriert und weltweit als Partner gefragt. Für das europäische Forschungslabor CERN in Genf entwickelt das PSI federführend riesige Detektoren für die aktuellen Physikexperimente.
  • Beginn Vorarbeiten für die neue Grossforschungsanlage SwissFEL, der Röntgenlaser mit extrem kurzen Lichtpulsen.
  • Megamoleküle durch Sonnenlicht: Aufsehen erregende Resultate in der neuen Smogkammer etablieren diese Versuchseinrichtung als weltweit beachtetes Forschungsgerät; die PSI-Aerosolforschung (u.a. auch auf dem Jungfraujoch) rückt damit ins Rampenlicht.
  • Inbetriebnahme der XIL-Strahllinie (Röntgen-Interferenz-Lithografie) an der SLS, mit der sich hoch präzise Nanostrukturen (Weltrekord!) erzeugen lassen.
  • Tag der offenen Tür Blick in reale Zukunftswelten für 6000 Wissensdurstige.
  • Erstmals mehr als 1500 externe Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, welche die Grossforschungsanlagen des PSI übers Jahr nutzen.

2002

Kristall eines DNS-Reparatur-Enzyms.
  • Ralph Eichler wird neuer Direktor. Die Vision des ETH-Professors und experimentellen Teilchenphysikers ist der Bau eines Freie-Elektronen-Lasers zur Untersuchung winziger Strukturen in extrem kurzer Zeit.
  • Start von NASA-Satellit HESSI mit PSI-Röntgenteleskop an Bord zur Beobachtung energiereicher Sonnenaktivitäten.
  • Einweihung und Inbetriebnahme einer zweiten SLS-Strahllinie für Protein-Kristallografie (unter Beteiligung von Novartis, Roche und Max-Planck-Gesellschaft).
  • Tag der offenen Tür Oberflächen – vertraute und fremde Grenzen mit 5500 Besucherinnen und Besuchern.

2001

Eisbohrung im Altai-Gebirge.
  • Einweihung der SLS am 19. Oktober im Beisein von Bundesrätin Ruth Dreifuss.
  • Spezifikation und Beschaffung eines kompakten supraleitenden Zyklotrons (COMET) für die Protonentherapie.
  • Erste Testfahrten mit VW Bora HY.Power, der mit Brennstoffzellen und Superkondensatoren für die Bremsenergie-Rückgewinnung ausgerüstet ist; das Fahrzeug überquert im Januar 2002 den Simplonpass.
  • Expedition eines Forschungsteams ins sibirische Altai-Gebirge; Gletschereis-Analysen zeigen markante Temperaturerhöhung in dieser Region in den letzten 150 Jahren.

2000

PANDA, eine Anlage zum Studium passiver Sicherheitssysteme in neuen Kernkraftwerken.
  • In der Schweiz ist die Atomenergie weiterhin eine Option. Am PSI konzentriert sich die Kernenergieforschung auf Sicherheitsaspekte: Reaktorkonzepte mit noch mehr inhärenter Sicherheit, Materialverhalten in Kernreaktoren sowie die sichere Entsorgung von radioaktiven Abfällen.
  • Erstmals Synchrotronlicht an der SLS erzeugt.
  • Projekt PROSCAN (Ausbau Protonentherapie) gestartet; Stiftungen und private Donatoren unterstützen das Projekt in den kommenden Jahren mit über 8 Mio. Franken, der Kanton Aargau gibt zudem ein Darlehen von 5 Mio. Franken.
  • Start der Entwicklung neuer katalytischer Verfahren zur Umwandlung von Biomasse in synthetisches Erdgas.
  • Inbetriebnahme niederenergetische Myonenstrahlen; damit werden erstmals magnetische Domänen in nicht magnetischen Metallen gesehen.

1999

Die erste Ausgabe des Energie-Spiegels von 1999.
  • Strahlstromzunahme am Ringzyklotron macht SINQ zur weltweit einzigen Quelle mit Spallations-Target im MW-Bereich.
  • Erstmals das radiochemische Element Bohrium anhand von nur sechs Atomen untersucht.
  • Energie-Spiegel lanciert; wird in den kommenden Jahren zu einer der meist beachteten Schriften im Bereich Energie in der Schweiz.
  • Im psi forum zählt man den 20 000. Besucher.
  • Wissen und Können sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg einzelner Menschen, aber auch der gesamten Wirtschaft. Die Schweiz ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Der Beitrag des PSI dazu ist die Ausbildung von jährlich 240 Doktorierenden und 80 Lehrlingen. Es führt mehrere Spezialschulen und fördert die Lehrtätigkeit von PSI-Fachleuten.
  • Zur Information der Bevölkerung dient der Tag der offenen Tür. Über 6000 Personen besuchen die Anlagen, besichtigen die Labors und lassen sich von den PSI-Fachleuten deren Forschungsgebiete erklären.

1998

Ende der 90er-Jahre: Die Synchrotron Lichtquelle Schweiz nimmt Formen an.
  • Baustart der SLS. Mit dem Bau der innovativen Grossforschungsanlage SLS wird das PSI nun aus der Luft noch besser erkennbar. Die 180 Millionen Franken teure Synchrotronlichtquelle kann als eine Art Riesenmikroskop verwendet werden, mit dem es Forschenden möglich ist, in bisher unerreichte Tiefen des Mikrokosmos vorzudringen. So können beispielsweise Medikamente oder neue Werkstoffe entwickelt werden.
  • Neue Erkenntnisse über magnetische Eigenschaften von Materialien an der SINQ; Resultate finden Eingang in die Entwicklung von Magnetspeichern in der Informationstechnik.
  • 1-kW-Brennstoffzellenstapel erreicht 10 000 Stunden Lebensdauer. Superkondensatoren erreichen 100 000 Lade- und Entladezyklen; damit werden die Grundvoraussetzungen für den Einbau in ein Strassenfahrzeug geschaffen.
  • Neue Erkenntnisse über den vertikalen Ozon-Transport in Alpentälern. Hochalpine Regionen werden durch die Zunahme des transalpinen Verkehrs deutlich stärker belastet als bisher gedacht.
  • Um den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern, eröffnet das PSI zum zehnjährigen Bestehen das Besucherzentrum psi forum. Mit der lehrreichen und interaktiven Ausstellung über seine Forschungsgebiete will das PSI vor allem das jugendliche Publikum erreichen. Besondere Attraktion wird der 3-D-Film Eine Reise ins Innere der Materie.

1997

Inbetriebnahme des Solarofens 1997.
  • Die Eidgenössischen Räte bewilligen den Bau der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS.
  • Neue Erkenntnisse über magnetische Flüssigkeiten mit Hilfe der Neutronenstreuung an der SINQ gewonnen.
  • Inbetriebnahme eines leistungsstarken Solarofens zum Studium von Hochtemperaturprozessen für die chemische Speicherung von Sonnenenergie.
  • Transfer der Aussenstelle des PSI in Zürich ans Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik CSEM, Neuenburg.
  • Namhafte Schweizer Firmen gründen die SLS-Techno Trans AG zur Nutzung der künftigen Innovationen der SLS.

1996

Ging 1996 in Betrieb: Die Spallations-Neutronenquelle SINQ.
  • Nicht nur in der Wirtschaft, auch in der Forschung ist zunehmend Leadership gefragt. Am PSI wird die einzigartige Grossforschungsanlage SINQ feierlich eingeweiht. Mit der weltweit stärksten Neutronenquelle können Experimente durchgeführt werden, die bis anhin nicht möglich waren.
  • Nanotechnik-Labor in Betrieb genommen und erste Strukturen für die Entwicklung von Biosensoren hergestellt.
  • Hoch effiziente Solarzelle mit Wirkungsgrad von 21,1 % entwickelt.
  • Bundesrat beschliesst Realisierung einer neuen Grossforschungsanlage am PSI, der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS und leitet die Botschaft ans Parlament weiter.
  • Erster Krebspatient mit der weltweit einzigartigen Spot-Scanning-Technik mit Protonenstrahlen behandelt.
  • Inbetriebnahme eines neuen Reinraumlabor-Komplexes; in den Folgejahren werden hier u.a. neuartige hocheffiziente Solarzellen entwickelt.

1995

Radiopharmazie am PSI: Die Radionuklid-Verbindungen werden in der Hotzelle hergestellt.
  • Früher diente der Protonenbeschleuniger des PSI der Elementarteilchenphysik. Heute stehen Anwendungen für Festkörperphysik, Radiopharmazie und Krebstherapie im Vordergrund. Zu diesem Zweck hat das PSI den Beschleuniger erfolgreich auf Höchstleistung ausgebaut.
  • Neben der Operation ist die Bestrahlung die wichtigste Behandlungsform bei Krebs. Das PSI entwickelt eine Methode, um mit Protonen tief liegende Tumoren effektiv zu zerstören. Ebenso werden Radiopharmaka entwickelt, die Krebszellen aufspüren und vernichten können.
  • Erstmals die chemischen Eigenschaften des Elements 106 (Seaborgium) bestimmt.
  • Wichtige Erkenntnisse über CO2-Bilanzen von Energiesystemen; PSI profiliert sich damit zu einem Kompetenzzentrum für Energiesystem-Analysen.

1994

Einweihung der Energieforschungsgebäude 1994.
  • Die globale Gesellschaft verlangt zunehmend nach Mobilität. Für die nachhaltige Entwicklung sind schadstoffarme Verkehrssysteme gefordert. Auch das Paul Scherrer Institut forscht mit. Das PSI führt Energietage durch, an denen erstmals die Zwei-Kilowatt-pro-Kopf-Vision vorgestellt wird. Neue Labors und Hallen für die Energieforschung werden eingeweiht.
  • Mit dem PSI-Projekt Solarer Wasserstoff wird das Ziel verfolgt, Sonnenenergie zu speichern. So könnte diese wertvolle Energie auch dann genutzt werden, wenn die Sonne nicht scheint.
  • Ausserbetriebnahme Forschungsreaktor SAPHIR.
  • Erste Sommerschule über Neutronenstreuung in Zuoz; wurde inzwischen zu einem international bekannten Treffpunkt von namhaften Experten mit jungen Wissenschaftlern.
  • CO2-Emissionen werden aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse als vordringlich zu lösendes Problem kommuniziert.
  • PSI-Röntgen- und Protonendetektoren werden auf Satelliten der ESA und der russischen MIR-Station installiert und messen erstmals hoch genau die Veränderungen der Strahlengürtel im Bereich der Erde aufgrund sich verändernden Sonnenaktivitäten.
  • Neue Erkenntnisse über die Langzeitstabilität von Zementstrukturen in Mergelgrundwässern; wichtig für die Beurteilung des Rückhaltepotenzials von Radionukliden in einem Endlager für radioaktive Abfälle.

1993

Myonen sind höchst empfindliche Sonden und dienen insbesondere der Material- und Festkörperforschung.
  • Das PSI stellt seine Grossforschungsanlagen Nutzern aus aller Welt zur Verfügung. Ausschlaggebend ist die Qualität eines Forschungsprojektes. 50 Prozent der Nutzer stammen aus dem Ausland, vorwiegend aus der EU.
  • Die Leitung der Fusionsforschung am PSI wird an die ETH Lausanne transferiert.
  • Transfer der Routineproduktion von Radioisotopen in die Industrie; neues Kompetenzzentrum Radiochemie mit Universität Bern.
  • Neue Erkenntnis in der Grundlagenphysik zur Polarisation von niederenergetischen Myonen; damit werden Myonen als Sonden zur Erforschung von Oberflächen und Grenzflächen von Materialien attraktiv.
  • Abschluss der Pionentherapie nach über 500 behandelten Tumor-Patienten. Erfahrungen und neue Erkenntnisse haben die Entwicklung der weltweit einzigartigen PSI-Bestrahlungstechnik mit Spot-Scanning ermöglicht.
  • Neues ETH-Gesetz in Kraft; PSI wird autonome Forschungsinstitution im ETH-Bereich.
  • Erste Erfolge bei der Entwicklung tumorspezifischer Radiotherapeutika zur Bekämpfung von Mikrotumoren.
  • Neues Verständnis über die Entstehung der Hochtemperatur-Supraleitung aufgrund der Methode der Neutronenstreuung gewonnen.

1992

PSI-Neutronentomografie einer Büste des römischen Kaisers Marc Aurel. Mit Neutronen konnte man in das Werk aus purem Gold hineinschauen.
  • Meinrad Eberle wird neuer Direktor. Der ETH-Professor und Maschineningenieur will dem PSI eine klare Identität als Forschungsinstitut und Nutzerlabor mit weltweiter Ausstrahlung geben. Schwerpunkte sind Teilchenphysik, Strukturerforschung von Festkörpern und Biomolekülen sowie Energietechnik.
  • Am PSI entwickelte Tracer für medizinische PET-Studien führen zu international beachteten pharmakologischen Ergebnissen für ein besseres Verständnis der Parkinson'schen Krankheit.
  • Inbetriebnahme Bundeszwischenlager BZL für mittel und schwach radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung.
  • Das PSI ist auch in der Umweltforschung aktiv. Um der Luftverschmutzung auf den Grund zu gehen, werden Eisschichten in der Arktis und an Alpengletschern untersucht und Messungen mit Ballonen durchgeführt.
  • Auch Verbrennungsvorgänge werden am PSI analysiert, um die Konstruktion von schadstoffarmen Heizungen und Automotoren zu ermöglichen.
  • Dank seiner hohen Kompetenz in der Materialforschung wird das PSI regelmässig mit der Untersuchung von historischen Funden beauftragt. Unter anderem kann so das Alter der Eismumie Ötzi, die 1991 gefunden wurde, präzise mit der Radiokarbon-Methode am TANDEM-Beschleuniger bestimmt werden.
  • Baubeginn der Grossanlage PANDA zur Untersuchung passiver Sicherheitssysteme für fortgeschrittene Leichtwasser-Reaktoren für Kernkraftwerke.

1991

Die PSI-Protonentherapie für Augentumoren (OPTIS).
  • Rücktritt von Direktor Anton Menth, Interimsdirektor wird Wilfred Hirt.
  • Am Injektor II werden erstmals 1,5 mA (Protonenstrom) erreicht, im Ringzyklotron 1mA, eine Voraussetzung für eine international konkurrenzfähige Spallations-Neutronenquelle, die SINQ.
  • Gründung eines gemeinsamen Instituts für medizinische Radiobiologie mit der Universität Zürich. Daraus resultieren international viel beachtete Forschungsarbeiten zur Krebsdiagnose und -therapie.
  • 1000. Patient mit Augentumor in der Protonentherapieanlage OPTIS behandelt.

1990

Der russische Satellit Spectrum-X-G.
  • Anton Menth wird per 1. April 1990 neuer Direktor und löst Jean-Pierre Blaser ab.
  • Energiepolitisches Seilziehen betreffend Ausgewogenheit zwischen nuklearer und nichtnuklearer Forschung.
  • Experimentelle Verifikation der Spot-Scanning-Technik für die spätere Bestrahlung tief liegender Tumoren mit Protonenstrahlen.
  • Erstmaliger Einsatz der Positronen-Emissions-Tomografie zur bildgebenden Darstellung biochemischer Prozesse im Körper.
  • Das PSI ist an vorderster Front in der Weltraumforschung mit dabei. Es baut für den russischen Satelliten Spectrum-X-G den Detekor im Teleskop EUVITA und später auch für NASA und ESA Detektoren, welche die Weltraumstrahlung analysieren und somit neue Fenster ins All öffnen.

1989

Das PSI in den Gründerjahren.
  • Nach der Fusion entstehen am PSI neue, zukunftsgerichtete Forschungsgebiete für Festkörperphysik, Biomedizin, erneuerbare Energien und Umweltwissenschaften. Sie profitieren von den teils einzigartigen Einrichtungen.
  • Eine weltweit neuartige Grossforschungsanlage, die Neutronenquelle SINQ wird gebaut. Sie wird Forschenden aus aller Welt neue Möglichkeiten zur Untersuchung von Materialien bieten. Die Planung dafür geht weit zurück. Dank der Fusion stehen genügend Mittel bereit, um das 60-Millionen-Projekt innert acht Jahren fertig zu stellen.
  • Vorbereitung Ausbau Protonenbeschleuniger auf 1-MW-Betrieb.
  • Aufbau Allgemeine Energieforschung: Solarchemie, Elektrochemie und Verbrennungsforschung.

1988

1988 das Herzstück der Grossanlagenforschung am PSI: Der grosse Protonen-Ringbeschleuniger.
  • Am 1. Januar 1988 werden das Eidgenössisches Institut für Reaktorforschung (EIR) und das Schweizerische Institut für Nuklearforschung (SIN) zum Paul Scherrer Institut, dem PSI, fusioniert. Im unteren Aaretal entsteht somit ein grosses Forschungsinstitut, das bald internationales Ansehen erlangen wird.
  • Das Institut ist nach dem Schweizer Physiker Paul Scherrer benannt, der von 1890 bis 1969 lebte. International hoch geschätzt, lehrte und forschte er an der ETH und trug viel zum hohen Niveau der Naturwissenschaften in der Schweiz bei.
  • Die enorme Wichtigkeit des PSI für die Wissenschaft in der Schweiz wird durch die Teilnahme von prominenten Personen am Gründungsakt deutlich. Die Erwartungen von Politikern und Bildungsverantwortlichen an das neue Institut sind sehr hoch.