TATTOOS steht für Targeted Alpha Tumour Therapy and Other Oncological Solutions. Mit TATTOOS will das PSI seine derzeitige Produktion von Radionukliden – das sind medizinische Substanzen, die sich zur Behandlung von Krebs einsetzen lassen – deutlich ausbauen. Das Zentrum für radiopharmazeutische Wissenschaften am PSI ist auf die Erforschung dieser Wirkstoffe spezialisiert.
Im Rahmen von TATTOOS wird eine neue Anlage gebaut, in der hochenergetische HIPA-Protonen auf bestimmte Materialien – sogenannte Targets – gefeuert werden, um eine Vielzahl nützlicher Radionuklide zu erzeugen. Mithilfe dieser Radionuklide wollen die Forschenden Medikamente entwickeln, die bei der Tumorbekämpfung eine Doppelfunktion erfüllen: Zunächst sollen sie den Tumor markieren, um eine präzise Diagnose zu ermöglichen, und anschliessend die Tumorzellen vor Ort gezielt zerstören.
Zu diesem Zweck werden die Radionuklide mit einem tumorspezifischen Molekül verbunden und in die Blutbahn injiziert. Das Molekül erkennt die entsprechende Tumorzelle, dockt an ihr an und sorgt so dafür, dass die Strahlung genau dort ankommt, wo sie benötigt wird. So können Tumore wirksam behandelt werden, während gesundes Gewebe verschont bleibt.
Verschiedene Radionuklide bieten unterschiedliche Eigenschaften und medizinische Vorteile für die Behandlung und Diagnose. Viele sind extrem selten oder können nur mit hoch entwickelten Technologien hergestellt werden. Nur wenige Einrichtungen weltweit sind in der Lage, sie zu liefern. Da einige Radionuklide ausserdem schnell zerfallen, müssen sie Forschende oder Patienten bald nach der Herstellung erreichen. Die neue Anlage des PSI ermöglicht eine zuverlässige Produktion vor Ort und ist von unschätzbarem Wert für die Forschung und für die klinische Anwendung dieser vielversprechenden medizinischen Substanzen.
TATTOOS ist eine Zusammenarbeit zwischen dem PSI, der Universität Zürich und dem Universitätsspital Zürich, mit dem Ziel, diese neuen Medikamente zur klinischen Anwendung zu bringen. Mit der neuen Anlage kann das PSI sowohl die Palette der für die Forschung verfügbaren Radionuklide erweitern als auch die Produktionsmenge erhöhen – und somit die medizinische Innovation in der Schweiz zum künftigen Nutzen der Patientinnen und Patienten stärken.
Darüber hinaus werden Radionuklide für Anwendungen in der Materialforschung und der Grundlagenforschung hergestellt.
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