27. novembre 2007

Neue Erkenntnisse zu den Ursachen des grauen Stars

L'Homme et la santé Médecine Biologie Recherche avec des neutrons

Ein Forschungsteam der Universität Fribourg und der EPF Lausanne hat mit Methoden und Erkenntnissen der Physik der weichen kondensierten Materie gezeigt, dass eine präzis eingestellte Balance von Anziehungskräften zwischen Proteinen die Augenlinse transparent hält. Schon kleine Änderungen in dieser Balance können eine Aggregation (Verklumpung) und Entmischung der Proteine hervorrufen. Das führt dann zur Bildung des grauen Stars, einer der weltweit verbreitetstsen Augenkrankheiten und wichtigste Ursache für Blindheit. Diese Forschungsresultate sind in der Ausgabe vom 9. November der Physical Review Letters publiziert worden. Zusätzlich zu den neuen Informationen über die Wechselwirkungen zwischen den Proteinen in der Augenlinse, hat die Studie Modellcharakter für weitere Untersuchungen über die molekularen Eigenschaften und Wechselwirkungen von Proteinen.

Insbesondere bringt die Arbeit Licht in andere Proteinsaggregations-Krankheiten wie z.B. Alzheimer. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Eigenschaften sich möglicherweise manipulieren lassen, sodass die Aggregation von Proteinen verhindert oder dieser Prozess – hat er einmal begonnen – rückgängig gemacht werden kann. Die für die Untersuchung eingesetzte Neutronen-Streuexperimente wurden am PSI durchgeführt.

Kontakt:

Urs Gasser
urs.gasser@psi.ch, Telefon +41 56 310 32 29

Zusatzinformationen:

Link zum ausführlichen Science Daily (mit Bildern)
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