15. Oktober 2018

30 Jahre Paul Scherrer Institut PSI

Verschiedenes

Festakt mit geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft

Das Paul Scherrer Institut PSI ist 30 Jahre alt geworden. Üblicherweise feiern Institute ihren 25. Geburtstag und melden sich dann erst wieder zum 50. Jahrestag mit einer Jubiläumsveranstaltung. Das Paul Scherrer Institut wollte mit dieser Veranstaltung gegenüber seinen Stakeholdern Rechenschaft ablegen über 30 Jahre Forschung mit Schweizer Steuergeldern. Das Institut konnte seinen Geldgebern und Forschungspartnern aufzeigen, dass das Geld sinnvoll investiert ist. Und dass es Ergebnisse vorzeigen kann, von denen heute schon jeder in der Schweiz profitieren kann.

Moderiert wurde der Anlass von Christine Maier. Direktor Joël Mesot strich in seiner Begrüssung die Bedeutung der Grossforschungsanlagen für das Schaffen des PSI hervor. Derartige Anlagen gäbe es in der Schweiz nur am PSI. Weltweit sei man jedoch einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Zwar gäbe es von der neuesten Anlage des PSI, dem Freie-Elektronen-Röntgenlaser SwissFEL, derzeit weltweit nur vier weitere Anlagen, sodass das Institut hier selbstverständlich ganz vorne mit dabei sei. Anders sähe es bei den Synchrotron-Anlagen aus. Von dieser Art Anlagen gäbe es etwa 50 weltweit. Da lauteten die Global Player SLAC@Stanford, Diamond@Oxford, DESY@Hamburg, Soleil@Paris und eben auch SLS@Villigen/Würenlingen. Mesot führte weiter aus, dass das PSI mit der Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS nicht nur zu den zehn besten der Welt zähle, sondern bei bestimmten Untersuchungsmethoden sogar ganz klar die Nummer eins sei; einfach, weil man diese Art von Untersuchungen weltweit nirgendwo anders als am PSI machen könne.

Das nächste Grusswort gehörte Bundesrat Johann N. Schneider-Ammann. Er liess seine Erinnerungen an die bisherigen PSI-Direktoren Revue passieren, die alle auf ihre Art ihren Beitrag leisteten, damit das Institut zu dem werden konnte, was es heute ist, und richtete zudem den Dank des Gesamtbundesrates an das eidgenössische Forschungsinstitut PSI aus.

Im Anschluss berichtete der PSI-Bereichsleiter für die Themen Biologie und Chemie, Gebhard Schertler, in seinem Vortrag Biologische Spitzenforschung am PSI: Von den molekularen Grundlagen zu Biotechnologie und Medizintechnik unter anderem über die ausserordentliche Erfolgsgeschichte der Krebsbehandlung mit Protonen am PSI.

Christian Rüegg, PSI-Bereichsleiter für die Themen Forschung mit Neutronen und Myonen, stellte in seinem Vortrag Materie und Materialien: Von einzelnen Atomen zu Anwendungen in der Spitzentechnologie das jüngste Beispiel einer Zusammenarbeit des PSI mit der ABB vor. Dabei ging es um die Produktionsverbesserung von Keramikbauteilen.

Andreas Pautz, PSI-Bereichsleiter Nukleare Energie und Sicherheit, zeigte in seinem Vortrag Citius, altius, fortius: Alles für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung auf, welche Beiträge das PSI zur Sicherheit der Schweizer Kernkraftwerke leistet zur weiteren Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstosses sowie zur Umwandlung und Speicherung von neuen erneuerbaren Energien.

Einen Blick in die mögliche Zukunft des PSI warf Gabriel Aeppli, Bereichsleiter des PSI für die Forschung mit Photonen, in seinem Vortrag Mit dem PSI in die Zukunft von Wissenschaft und Wirtschaft geschaut. Er ging auf das Thema Digitalisierung ein und erläuterte die Bedeutsamkeit des Themas mit dem Schlüsselsatz Das PSI prägt die Zukunft der Digitalisierung und die Digitalisierung prägt die Zukunft des PSI.

Als Gast aus der Pharmaindustrie betonte Roche-CEO Severin Schwan die Wichtigkeit, dass der Staat genügend Mittel in die Grundlagenforschung investiert, hier ginge es um Risiken und Zeiträume, die die Industrie nicht tragen könne.

Ursula Renold, Präsidentin des Fachhochschulrates der FHNW bezeichnete in ihrem Gastbeitrag das PSI als strategischen Partner und erinnerte an die beiden gemeinsamen Institute für nanotechnische Kunststoffanwendungen INKA und für Biomasse und Ressourceneffizienz IBRE.

Zum Abschluss stellte der Regierungsrat des Kantons Aargau Urs Hofmann das PSI als einen Aargauer Leuchtturm mit einer Strahlkraft vor, die weit über die Grenzen des Aargaus und der Schweiz hinausreicht.

Im Anschluss an den Festakt konnten sich die Gäste auf einer geführten Tour durch die Grossforschungsanlage Synchrotron Lichtquelle Schweiz SLS selber von der Faszination Forschung überzeugen.

Text: Paul Scherrer Institut

Über das PSI

Das Paul Scherrer Institut PSI entwickelt, baut und betreibt grosse und komplexe Forschungsanlagen und stellt sie der nationalen und internationalen Forschungsgemeinde zur Verfügung. Eigene Forschungsschwerpunkte sind Materie und Material, Energie und Umwelt sowie Mensch und Gesundheit. Die Ausbildung von jungen Menschen ist ein zentrales Anliegen des PSI. Deshalb sind etwa ein Viertel unserer Mitarbeitenden Postdoktorierende, Doktorierende oder Lernende. Insgesamt beschäftigt das PSI 2100 Mitarbeitende, das damit das grösste Forschungsinstitut der Schweiz ist. Das Jahresbudget beträgt rund CHF 390 Mio. Das PSI ist Teil des ETH-Bereichs, dem auch die ETH Zürich und die ETH Lausanne angehören sowie die Forschungsinstitute Eawag, Empa und WSL.
(Stand 05/2018)
Kontakt/Ansprechpartner
Dagmar Baroke
Verantwortliche für Kommunikation
Paul Scherrer Institut, Forschungsstrasse 111, 5232 Villigen PSI, Schweiz
Telefon: +41 56 310 29 16
E-Mail: dagmar.baroke@psi.ch