EBDP Skills und Projekte

Wir bilden im Elektronik Berufsbildungs- und Dienstleistungspool praxisorientiert aus. Das heisst, wir versuchen die obligatorischen und firmenspezifischen Lernziele mittels produktiven Kundenaufträgen abzudecken und möglichst wenig „Edelschrott“ zu produzieren. Mit „Edelschrott“ bezeichnen wir Resultate von Übungen, die nicht als Produkte in Projekten zum Einsatz gelangen, also nur dazu dienen Lernziele zu erreichen.

Da wir an bestimmte zeitlich begrenzte Ausbildungsprogramme gebunden sind, lässt sich nicht immer ein passender Auftrag finden, der in Umfang, Termin und Abdeckung der verschiedenen Lernziele mit dem Ausbildungsplan korreliert. In solchen Fällen entwickeln wir unsere Ausbildungsressourcen weiter oder realisieren eigene Projekte.

Wir legen grossen Wert auf eine ganzheitliche Ausbildung. Neben der Fachkompetenz, werden auch Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz gezielt gefördert. Dies erreichen wir, indem wir produktive Aufträge oder Projekte sowohl als Einzelarbeit wie auch als Teamarbeit realisieren und lehrjahr-, berufs- und firmenübergreifend gearbeitet wird. Im Folgenden sind einige der grösseren und umfangreicheren PSI internen und externen Kundenaufträge wie auch eigene Projekte aufgeführt.

2015: iRecovery für Unispital Zürich

Aufgabenstellung:
  • Das Team der Forschungsgruppe Therapie des Universitätsspitals Zürich will die Machbarkeit einer virtuellen Bewegungsübungs-Intervention in Form eines Videospiels bei Patienten vor und nach einer Herzoperation anhand einer Studie testen. Es soll aufgezeigt werden, ob Muskelkraft, neuronale Aktivierung und kognitive Aufmerksamkeit durch das Spiel verbessert werden.
  • Um die Studie mit Herzpatienten auf der Intensivstation durchführen zu können, benötigt das USZ ein Gerät, das erlaubt, ein Videotrainingsspiel in liegender Position mit den Händen oder Füssen zu bedienen. Da es ein solches Gerät auf dem Markt nicht gibt, wurde die PSI-Berufsbildung angefragt, einen Prototypen zu entwickeln.
Die verantwortlichen Berufsbildner waren überzeugt, dass dies mit unseren Lernenden zu realisieren sei. Somit wurde durch die Lernenden der Berufsgruppen Konstrukteure, Polymechaniker und Elektroniker berufsübergreifend das „iRecovery“-Gerät entwickelt. Das Gestell der Bedieneinheiten ist auf Rollen montiert und so ausgelegt, dass die Höhe eingestellt warden kann. Das Gerät kann über eine allfällige Bettkante angehoben und patientengerecht positioniert und im Notfall auch schnell wieder entfernt werden. Auf einem externen Bildschirm wird das Videospiel angezeigt und der Patient bedient im Bett liegend das Videospiel über die vier verschiedenen Fusstaster oder über ein Handgerät. Zusätzlich beinhaltet das iRecovery-Gerät einen All-In-One-PC mit Touchscreen welcher seitlich angebracht ist und vom ärtzlichen Personal bedient wird.

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2014: Dosimeter-Auslesekarussell für PSI-internen Kunden

Wiederum in Zusammenarbeit mit den Lernenden der Berufsgruppen Konstrukteur und Polymechaniker haben die Elektroniklernenden für einen internen Kunden das Dosimeter-Auslesekarussell entwickelt. Auf einer abnehmbaren Scheibe können bis zu 50 einzelne Dosimeter platziert werden. Nach einem Startbefehl wird die Scheibe automatisch und schrittweise gedreht, so dass alle 50 QR-Codes auf dem jeweiligen Dosimeter über einen BAR-Code-leser ausgelesen und die entsprechenden Daten in eine Excel Datei geschrieben werden können. Diese Arbeit wurde bis anhin von Hand erledigt und spart in Zukunft viel Zeit.

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2010: Eyecatcher für die Messe in Hannover

Für eine Ausstellung in Hannover durfte ein Eyecatcher realisiert werden, der den Besuchern die Möglichkeit der zerstörungsfreien Materialprüfungen mittels Neutronen-„Durchstrahlung“ aufzeigte. Die Neutronenquelle wurde durch eine farbig pulsierende Kugel dargestellt welche sporadisch einen Lichtstrahl auf das zu prüfende Objekt abgibt. Auf 2 grossen Bildschirmen wurden die zuvor am PSI aufgenommen Bilder und Videos gezeigt. Ein Video mit „Neutronen-Bildern“zeigte z.B. die Auf- und Abbewegung eines Kolbens in einem laufenden Explosions-Motor während des Betriebs.

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2010: SLS-Uhr

Die Berufsbildung PSI erhielt den Auftrag für den Besuch unserer Bundesräte ein Erinnerungsstück zu realisieren. Dieser Auftrag sollte als projektorientierte und berufsübergreifende Ausbildungs-Aufgabe erarbeitet werden. Wir hatten somit die Gelegenheit ab der Ideenfindung bis zum fertigen Produkt mit Bedienungsanleitung und Verpackung alles selber zu gestalten. Wir entschieden uns, eine Mini-SLS-Uhr zu realisieren. Die Gehäuseform entspricht dem markanten Gebäude der PSI-Grossforschungsanlage „Synchrotron Lichtquelle Schweiz“ und die 60 RGB-LED symbolisieren die im Ringbeschleuniger umlaufenden Elektronen. Die für dieses Projekt entwickelte Leiterplatte haben wir später auch in andere Gehäuseformen integriert.


Eine unserer Grossforschungsanalgen ist die Synchrotron-Lichtquelle Schweiz (SLS). Sie beschleunigt Elektronen in einem Ringbeschleuniger und stellt an den verschiedenen „Beamlines“ Photonen vom Infrarot- bis in den Röntgenbereich für Forschungs-Aufgabenstellungen in den Bereichen Physik, Materialforschung, Biologie und Chemie zur Verfügung. Die SLS kann als speziell ausgerüstetes "Mikroskop" für Wellenlängen bis in den Röntgenbereich betrachtet werden.

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2008: iLukas für den Tag der offenen Tür

Um die Resultate unserer verschiedenen technischen Berufe in einem einzelnen Projekt aufzeigen zu können, haben wir den iLukas entwickelt. Dabei handelt es sich um einen intelligenten „Hau den Lukas“. Im Gegensatz zum bekannten „Hau den Lukas“ – wo es gilt ein Gewicht mittels einem Hammerschlag möglichst weit nach oben zu befördern – verfolgten wir das Ziel, dass auch Kinder im Wettkampf gegen ihre Eltern eine Chance zum Gewinnen haben sollen. Beim Spiel gilt es, nach einem visuellen Startsignal, möglichst schnell den Schlag auszuführen und die Schlagstärke an eine jeweils vorgegebene Sollhöhe anzupassen. Die Sollhöhe wird durch eine fluoreszierende Flüssigkeitssäule nach jedem Schlag neu vorgegeben. Danach erfolgt innerhalb eines Zeitfensters zufällig das Startsignal. Es wird dann die Zeitdauer und Aufprallgeschwindigkeit gemessen. Die effektive Isthöhe wird mittels Leuchtdioden an den vier Ecksäulen angezeigt und kann somit direkt mit der Sollhöhe verglichen werden. Es besteht im Weiteren die Möglichkeit einen der Himmelskörper Mond, Erde oder Jupiter auszuwählen. Aufgrund der Schwerkraft des gewählten Planeten benötigt es mehr oder weniger Kraft um das virtuelle Gewicht auf die entsprechende Höhe zu befördern. Die Bedienung, Steuerung und Messwertanzeige erfolgt mit der Software LabVIEW auf einem Computer mit Maus, Tastatur und Bildschirm. Die jeweilige Highscoreliste kann direkt auf einem Bildschirm oder zuhause auf einer Webseite angeschaut werden. Involviert waren Lernende der Berufe Automatiker, Elektroniker, Konstrukteure, Informatiker, Physiklaboranten, Polymechaniker und Kauffrau. Den iLukas haben wir schon bei verschiedenen Anlässen gezeigt wie der Tag der offenen Tür am PSI, Lehrberufe à la carte am PSI oder bei der Berufsschau in Lenzburg.

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