Belästigung

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist eine unerwünschte Verhaltensweise sexueller Natur, die von der betroffenen Person als beleidigend und unangenehm empfunden wird. Als diskriminierend wird in Art. 4 des Gleichstellungsgesetzes jedes belästigende Verhalten sexueller Natur oder ein anderes Verhalten aufgrund der Geschlechtszugehörigkeit verstanden, welches die Würde von Personen beeinträchtigt. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz verletzt das Persönlichkeitsrecht sowie die psychische und physische Integrität der betroffenen Person. Sexuelle Belästigung richtet sich nicht immer gegen eine Person, sie kann sich auch gegen eine ganze Gruppe richten. Mögliche/typische Ausdrucksformen sexueller Belästigung:
 

  • Anzügliche und peinliche Bemerkungen
  • Bemerkungen über körperliche Vorzüge oder Schwächen
  • Aufdringliche und taxierende Blicke
  • Sexistische Bemerkungen und Witze
  • Vorzeigen, aufhängen oder auflegen von sexistischem Material
  • Zweideutige Aufforderungen oder Einladungen
  • Unerwünschte Körperkontakte
  • Annäherungsversuche, die mit Versprechen von Vorteilen oder Androhen von Nachteilen verbunden werden
  • Anspielungen oder Anmache auf elektronischem Weg
  • Erzwingen sexueller Beziehungen
  • Sexuelle und körperliche Übergriffe

Sexuelle Belästigung als Sachverhalt kann gegen die beschuldigte Person durch das PSI nur in der Zeit eines gültigen Arbeitsverhältnisses sanktioniert werden. Straftaten müssen gerichtlich geklärt werden. Sexuelle Belästigung nach Art. 198 Strafgesetzbuch verjährt als Übertretung nach einem Jahr, die Strafe dafür verjährt nach drei Jahren (Art. 109 Strafgesetzbuch). Die Einreichung eines strafrechtlichen Verfahrens entbindet Arbeitgebende nicht, Massnahmen gegen sexuelle Belästigung zu ergreifen.