Nach 3 Jahren Entwicklung, begleitet von unzähligen Hürden mit anschliessenden Erfolgserlebnissen, durfte ich meine praktische Abschlussprüfung absolvieren. Diese Zeitspanne war die anstrengendste aber auch bereicherndste Zeit meiner Berufslehre.
Vorbereitung auf die Prüfung
Die Vorbereitungen der praktischen Abschlussprüfung nahmen viel Zeit und Mühe in Anspruch. Als erstes musste der Tag und die Zeit der VPA ausgewählt und bestätigt werden. Im Anschluss habe ich alles grob geplant und eingereicht. Die Planung stützte ich auf Beobachtungen aus dem Alltag, wobei ich Interessen und Bedürfnisse der Kinder einbeziehen konnte. Nach dem Einreichen musste alles von den Prüfungsexperten kontrolliert und signiert werden. Sobald dieser Schritt geschafft war, ging es an die Feinplanung. Alles musste genaustens beschrieben werden, die Material-Liste musste geschrieben sein und die Aufgaben der Hilfspersonen wurden bestimmt. Anschliessend habe ich das Team instruiert und die betreuten Personen auf die spezielle Situation vorbereitet.
Durchführung der praktischen Abschlussprüfung
Die Prüfung startete mit einer 15-minütigen Präsentation über die Praxisausgaben, die betreuten Personen und die Hilfspersonen. Dabei habe ich auch Besonderheiten, Planabweichungen und Leitsätze der Kita erwähnt. Im Anschluss folgte die Durchführung der praktischen Aufgaben. Am ersten Angebot nahm die ganze Kindergruppe teil und das Angebot wurde an den individuellen Rhythmus der Säuglinge angepasst. Ich gestaltete mit den betreuten Personen einen Maizena-Schleim. Das Angebot forderte Kreativität und Feinmotorik der Kinder.
Am zweiten Angebot nahmen alle Kleinkinder teil, wobei die Bewegung und das Lernen im Spiel im Vordergrund stand. Dabei führten wir eine Bewegungsgeschichte durch, bei welcher wir ins Weltall reisten. Das Ziel war, einem Stern das Leuchten wieder zurückzugeben. Die dritte und letzte Praxisaufgabe war die Mittagssituation, an welcher alle betreuten Personen teilnahmen. Während dieser Zeit waren Kommunikation und die Beziehungsgestaltung zu den betreuten Personen besonders wichtig. Zum Schluss gab es noch das Fachgespräch. Zuerst hatte ich 30 Minuten Zeit, um eine herausfordernde Situation während der Prüfung schriftlich zu reflektieren. Diese durfte ich anschliessend 10 Minuten meinen Prüfungsexpertinnen vorstellen, wobei ich mein Wissen durch Verknüpfung mit Theorien zeigen durfte. Danach stellten die Expertinnen einige Fragen, welche sich auf meine ganze Prüfung stützen. Durch dies wurde mein Fachwissen, wie auch meine Reflexionsfähigkeit geprüft.
Abschluss & Wertschätzung im Team
Nach anstrengenden 4.5 Stunden durfte ich mit grosser Erleichterung den Prüfungsraum verlassen. Ich wurde mit lachenden Gesichtern, herzlichen Worten und Umarmungen empfangen. Das Team, welches stets für einen reibungslosen Ablauf sorgte, war eine riesengrosse Unterstützung während der Vorbereitungszeit, aber auch während der Prüfung. Ich schätze es sehr, in einem Team zu arbeiten, in welchem Zusammenarbeit und ständige Hilfsbereitschaft im Vordergrund steht und man sich auf die anderen verlassen kann. Auch kleine selbstgemachte Gaben von den Kindern, wie auch vom Team haben mir stets Mut gemacht und ein Lachen ins Gesicht gezaubert.
Nun warten alle Lernenden im 3. Lehrjahr gespannt auf die Ergebnisse und freuen sich darauf, bald das EFZ entgegen nehmen zu dürfen!
Samanta