7. June 2006
Energie und Mobilität mit Zukunft
Kompetenzzentrum des ETH-Rats mit sechs Projekten gestartetDas vom Paul Scherrer Institut (PSI) geleitete Kompetenzzentrum für Energie und Mobilität (CCEM-CH) des ETH-Bereichs ist mit sechs Projekten gestartet. Mit seiner gebündelten Forschung will das CCEM-CH wesentlich zu einer nachhaltigen Energieversorgung der Schweiz beitragen. Umweltfreundliche Transportsysteme und effiziente Gebäudetechniken stehen im Zentrum der lancierten Projekte.
“Wir sind mit voller Kraft gestartet”, sagt Philipp Dietrich, Geschäftsführer des vom ETH-Rat initiierten Kompetenzzentrums für Energie und Mobilität. Das CCEM-CH will mit seinen Aktivitäten die Effizienz der Energiedienstleistungen verbessern und auch umweltfreundliche Energietechniken entwickeln, die den Ersatz von Öl und Gas ermöglichen. Damit sollen der Ausstoss von CO2 und andern Luftschadstoffen gesenkt und gleichzeitig die Abhängigkeit der Schweiz von importierten fossilen Energieträgern vermindert werden. “Mit Grundlagen zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen möchten wir auch die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie stärken”, sagt Dietrich.
Künftig H2 tanken und sauber fahren: Welche Voraussetzungen bezüglich Fahrzeugtyp und Infrastruktur nötig sind, um Wasserstoff in der Energiewirtschaft zu verankern, soll eine soeben lancierte Studie klären. Die umweltfreundliche Vision untersuchen Forschende am Kompetenzzentrum für Energie und Mobilität (CCEM-CH) des ETH-Rats, das vom PSI geleitet wird.
(Fotomontage: Markus Fischer/PSI)
(Fotomontage: Markus Fischer/PSI)
Voraussetzungen für Wasserstoffwirtschaft
Der Verkehr verursacht einen Drittel des Schweizer Energieverbrauchs. Vier der bisher sechs von einem Lenkungsausschuss ausgewählten CCEM-Projekte beschäftigen sich denn auch mit der Mobilität. Beim Umstieg auf ökologische Transportsysteme sollen Bund, Kantone und Gemeinden mit gutem Beispiel vorangehen. Geplant ist ein vorseriennaher Prototyp für ein Kommunalfahrzeug, das mit Brennstoffzellen angetrieben wird und so auf seiner Fahrt keinerlei Abgase erzeugt. Ein weiteres Projekt untersucht, welche Voraussetzungen nötig sind, um Wasserstoff als Energieträger in einer künftigen Energiewirtschaft zu verankern. Neben neuen Fahrzeugstypen und Infrastruktur, wie etwa Tankstellen, werden auch ökonomische Anreize und Umweltauswirkungen studiert.Gegen Sommersmog und Feinstaub
Schneller zu realisieren und auch politisch drängender sind Abgasnachbehandlungssysteme für Dieselmotoren. Die Kombination eines selektiven Reduktionskatalysators (SCR) mit einem Partikelfilter soll die Probleme mit stark überhöhten Ozonwerten im Sommer und hohen Feinstaubkonzentrationen im Winter erheblich entschärfen. Um die wirksamere Umwelttechnik real an Lastwagenmotoren zu testen, wird an der Empa ein spezieller Prüfstand aufgebaut.Minikraftwerk für Handy und Notebook
Noch immer leiden Handy, Notebook, MP3-Spieler und weitere mobile Elektronikgeräte an der zeitlich beschränkten Stromversorgung. Irgendwann ist der Akku wieder leer – häufig im unpassendsten Moment. Vorteilhafter wäre daher ein kleines Kraftwerk direkt im Apparat. Ein Projekt des CCEM-CH erforscht die kleinmassstäbliche Stromproduktion anhand einer Mini-Brennstoffzelle von 50 bis 100 Watt elektrischer Leistung. Vorerst werden dazu die physikalischen Prinzipien erarbeitet. Die Zelle soll bei hohem Wirkungsgrad flüssige Kohlenwasserstoffe in Elektrizität und Wasser umwandeln.Um eine wirksame und rasch greifende Senkung des CO2-Ausstosses im Gebäudesektor zu erzielen, müssen nicht nur Neubauten, sondern auch Sanierungen energieeffizient realisiert werden. Gefragt sind hier innovative Lösungen für den Dachbau, die Fassaden sowie die Heizungs- und Klimatechnik. Das CCEM-CH will ein Messsystem entwickeln, das renovationsbedürftige Gebäude dreidimensional abbildet und den energetischen Ist-Zustand erfasst. Daraus abgeleitet soll eine Software-Plattform Eigentümern oder Immobiliengesellschaften eine zielgerichtete Renovation ermöglichen, die energiesparend und dennoch wirtschaftlich vertretbar ist.
Das neue CCEM-CH unter Leitung des PSI bündelt Forschungskompetenzen der Schweizer Hochschulen und Forschungsinstitutionen zu einem gesamtschweizerischen Schwerpunkt für Grossprojekte. Beteiligt sind namentlich die ETH Zürich und Lausanne, das PSI, die Empa und Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sowie Industriepartner. Der ETH-Rat hat Ende 2005 den Geschäftsplan genehmigt und die Anschubfinanzierung gesichert. Auch der Kanton Aargau unterstützt das Vorhaben mit einem Darlehen.
Kontakt
Dr. Philipp Dietrich, Geschäftsführer CCEM-CH;Telefon +41 56 310 45 73; philipp.dietrich@psi.ch
Prof. Dr. Alexander Wokaun, Präsident des Lenkungsausschusses, PSI;
Telefon +41 56 310 27 51; alexander.wokaun@psi.ch
Details zu den Forschungsprojekten des CCEM-CH: www.ccem-ch.ch


